Das Wasser der Gracht glitzerte, und Lena zählte die Fahrräder, die über die kleine Brücke rollten: sieben, acht, neun – sogar ein Hund saß in einem Fahrradkorb und ließ sich den Wind um die Nase wehen. Am Ufer drehte sich eine große Mühle, ihre Flügel machten ein leises, gemütliches Wuscheln.
„Früher“, sagte Oma und blieb stehen, „konnten die Mühlen sprechen. Kein Witz! Die Müller haben die Flügel schräg gestellt – so für Feiern, so für Trauer. Die Nachbarn konnten das von weitem lesen wie einen Brief.“ Lena schaute genauer hin. Die Flügel der Mühle standen seltsam schief.
„Oma“, sagte Lena langsam, „wenn die Mühlen sprechen können – was sagt diese hier dann gerade?“ Oma blieb sehr still. Dann sagte sie: „Das, mein Schatz, habe ich seit fünfzig Jahren nicht mehr gesehen.“ – Fortsetzung beim nächsten Kapitel.