„Und wo ist jetzt das Meer?“ Emil stand mit seinen Gummistiefeln da, wo gestern noch Wellen waren, und sah bis zum Horizont nur glänzenden, gerippten Boden. „Auf Reisen“, sagte die Wattführerin und lachte. „Aber es kommt zurück, pünktlich wie ein Zug. Bis dahin gehört das alles hier uns – und denen da unten.“ Sie zeigte auf tausende kleiner Sandhäufchen.
„Spaghetti-Berge“, kicherte Emil. „Wattwürmer“, sagte die Wattführerin. „Unter uns wohnen mehr Tiere als Menschen in einer Großstadt. Man sieht sie nur nicht.“ Sie stapften weiter, vorbei an Prielen, in denen kleine Krebse davonhuschten. Plötzlich blieb die Wattführerin stehen und legte den Finger an die Lippen.
Auf der Sandbank vor ihnen lag etwas Kleines, Silbergraues – und es hob den Kopf und rief. „Ein Heuler“, flüsterte die Wattführerin. „Und jetzt ganz ruhig. Wir müssen sofort den Seehund-Rettern Bescheid geben.“ – Fortsetzung beim nächsten Kapitel.