In der Nacht hatte es gestürmt, und nun sah der Strand aus wie frisch umgegraben: Tang, Muscheln, glatt geschliffene Hölzer. „Perfektes Bernsteinwetter“, sagte Opa und drückte Finn eine kleine Blechdose in die Hand. „Das Meer hat heute Nacht aufgeräumt – und dabei verliert es manchmal sein Gold.“
Sie gingen gebückt die Spülkante entlang, dort, wo die Wellen den Sand lecken. „Bernstein ist leicht“, erklärte Opa. „Er schwimmt fast. Und wenn du ihn gegen die Sonne hältst, leuchtet er wie Honig.“ Finn hob Steinchen um Steinchen auf, verglich, warf zurück. Und dann lag da etwas zwischen zwei schwarzen Steinen – klein, goldgelb, warm.
Finn hielt es gegen die Sonne. Es leuchtete. Und mitten im Honiglicht war ein winziger Schatten zu sehen – wie ein Tier mit Flügeln, das seit Millionen Jahren wartet. – Fortsetzung beim nächsten Kapitel.